Initiative Gedenkstätte
KZ-Hohensasel

Erhaltung des Ortes und die Errichtung einer Erinnerungsstätte

Die Freie und Hansestadt Hamburg erlies am 1. Juni 2017 einen positiven Bauvorbescheid für die Bebauung eines Grünstreifens in Hamburg Hohensasel. Sie werden sagen: Es werden jährlich unzählige Bauvorbescheide erlassen. Wo liegt das Problem? Das Problem liegt an der Historie des Grünstreifens und der Inkompatibilität des Projektes mit der Vorgeschichte des Ortes. Es handelt sich hier nicht um irgendeinen Grünstreifen: Das Gelände, das während der Nazi-Zeit zunächst FLAK-Helfer-Unterkunft bzw. danach Kriegsgefangenenlager war, wurde am 13. September 1944 zum Frauen-Arbeitslager KZ-Hohensasel. Die Behörde möchte hier 12 Wohnunterkünfte für Flüchtlinge errichten. In Zeiten wachsendem Antisemitismus, sprechen sich Bürger und Zeitzeugen gegen das Bauvorhaben und für die Errichtung einer Gedenkstätte aus. Dafür steht die Initiative Gedenkmal KZ Hohensasel, die für das Projekt private finanzielle Mittel bereithält und sich zwecks weiterer Planungen mit Zeitzeuginnen in Verbindung gesetzt hat. Darunter auch Teresa Stiland, geb. Matla Rozenberg, sowie Lucille Eichengreen, ehemalige KZ-Inhaftierte. Die heute noch in Paris lebende ehemalige Teresa Stiland, spricht sich ausdrücklich für die Erhaltung des Ortes und die Errichtung einer Erinnerungsstätte aus.


Das KZ-Außenlager Hohensasel war ein vom 13. September 1944 bis zum 5. Mai 1945 bestehendes Frauenaußenlager des KZ Neuengamme in Hamburg-Sasel. Auf diesem Gelände lebten und arbeiteten zwischen dem 13. September 1944 bis Kriegsende Hunderte von Frauen unter unmenschlichen Verhältnissen, einige kamen hier durch die SS zu Tode.

Dank ausgiebiger Recherchen im Jahre 1981, u.a. von Seiten des Gymnasiums Oberalster über die Existenz und das Leben innerhalb dieses Lagers, wurde die Historie detailliert aufgearbeitet. Diese Erkenntnisse wurden durch das Museum für Hamburgische Geschichte historisch untermauert. Es gab Deportationen und Gewalt, Erniedrigungen waren an der Tagesordnung bis hin zu nachgewiesener langsam-mörderischer Tötung von Insassen durch das Aufsichtspersonal. Durch Zeitzeugen und Berichte ist belegt, dass im Laufe der Zeit in dem Lager ca. 1.500 weibliche Häftlinge gefoltert wurden, darunter Jüdinnen, Sinti und Roma. National waren dort Polinnen, Russinnen, Jugoslawinnen, Französinnen, Niederländerinnen und deutsche Frauen inhaftiert. Zum Kriegsende wurde das Lager zerstört und zerbombt um zu versuchen, alle Hinweise auf die Qualen der dortigen Insassen zu verschleiern.

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